Der Schaper Bau-Blog

BauVisionen: Warum Bauen teuer und langwierig ist, was besser geht und wie Innovationen den Weg ebnen 

 

 

 

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2025-03-13

Genehmigungsstau: Warum Bauen in Deutschland so lange dauert

Wer in Deutschland bauen will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Durchschnittlich dauert es über ein Jahr, um eine Baugenehmigung zu erhalten -  bei uns waren es zuletzt 18 Monate! Dieses Problem betrifft nicht nur private Bauherren, sondern auch dringend benötigte Wohnbauprojekte. Die Folge: steigende Baukosten, weil Inflation und Zinsen während der Wartezeit weiter ansteigen. Doch warum dauern Genehmigungen so lange – und was könnte man dagegen tun?

Hauptursachen für lange Genehmigungsprozesse sind vielfältig: Viele Bauämter arbeiten mit knappen Personalressourcen, was zu Bearbeitungsstaus führt. Komplizierte Bauvorschriften auf Landes- und Kommunalebene erschweren zudem die Planung und Genehmigung. Jede Kommune verfolgt eigene Auslegungen, was den Planungs- und Nachbesserungsaufwand erhöht. Hinzu kommt der Mangel an digitalen Lösungen. In vielen Kommunen werden Bauanträge noch immer in Papierform bearbeitet – Medienbrüche, lange Bearbeitungszeiten und fehlende Transparenz sind die Folge. Außerdem müssen häufig mehrere Fachabteilungen beteiligt werden: Umwelt- und Denkmalschutz, Brandschutz und Verkehrsanbindung – jede Stelle prüft separat, was zusätzliche Zeit kostet.

Was sich ändern muss:

Damit Bauen in Deutschland schneller und effizienter wird, müssen Politik, Verwaltung und Wirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten.

Digitale Genehmigungsverfahren sind der Schlüssel. Eine bundesweite, einheitliche Online-Plattform für Bauanträge könnte Prozesse standardisieren und beschleunigen. Digitale Workflows würden Transparenz schaffen und Bearbeitungszeiten verkürzen. Bauherren könnten jederzeit den Status ihres Antrags einsehen – ähnlich einer Sendungsverfolgung. Das würde nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch Nachfragen reduzieren.

Standardisierung von Bauvorschriften ist dringend notwendig. Einheitliche Regelungen auf Bundesebene könnten Planungszeiten erheblich verkürzen. Je einfacher und verständlicher die Vorschriften, desto weniger Zeit und Kosten werden für deren Umsetzung benötigt.

Bessere Personalausstattung in den Bauämtern. Nur mit ausreichend qualifiziertem Personal lassen sich Genehmigungsprozesse effizient abwickeln. Bund und Länder sollten gezielt in Ausbildung und Einstellung investieren.

Zentralisierte Genehmigungsbehörden könnten helfen, die Vielzahl der Abstimmungsprozesse zu reduzieren. Wenn alle relevanten Prüfstellen unter einem Dach arbeiten, werden Doppelprüfungen vermieden, und Prozesse laufen reibungsloser ab.

Innovative Idee: Ein Bau-Genehmigungs-Tracking-System, ähnlich der Paketverfolgung, mit dem Bauherren jederzeit sehen können, in welchem Bearbeitungsschritt sich ihr Antrag befindet. Das erhöht die Transparenz, gibt Planungssicherheit und vermeidet unnötige Rückfragen.

Blick ins Ausland: Dänemark macht es vor. Dort werden Genehmigungen für Wohngebäude häufig in weniger als drei Monaten erteilt. Möglich wird dies durch schlanke Prozesse, digitale Plattformen und einheitliche Standards. Dieses Modell könnte auch in Deutschland Schule machen.

Fazit:

Es ist Zeit, Denk-Barrieren zu überwinden, von erfolgreichen Beispielen zu lernen und neue Wege zu gehen. Denn nur durch kluge Reformen und technologische Innovationen kann Bauen in Deutschland endlich den notwendigen Schub erhalten.

Admin - 11:52:01 @ Allgemein

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